Dienstag, 26 November 2019 14:07

PETA: In Berlin allein auf weiter Flur

 Exklusiv für zoos.media – 20.11.2019. Autor: Philipp J. KroißBeim Protest gegen TUI erreichte PETA einen neuen Tiefpunkt: ganze drei Teilnehmer ließen sich blicken, um TUI von den Lügen der Tierrechtsindustrie zu überzeugen.

PETA: In Berlin allein auf weiter Flur

Man muss schon einiges tun, um mal wirklich allein zu sein in Berlin: eine pulsierende Großstadt, in der die Lichter nie ausgehen und die Party nie endet. Tagsüber sind die Straßen voll mit Touristen, abends ziehen die Feierwütigen um die Häuser. Berlin ist eine Großstadt, die pulsiert und polarisiert. Auf Groß und Klein übt sie eine ungemeine Magnetwirkung aus – nicht zuletzt auch wegen ihrer hervorragenden zoologischen Einrichtungen.

Man hat es also schwer, mal wirklich alleine zu sein – das haben die PETA-Aktivisten, aber immerhin fast geschafft. Zwei Personen verirrten sich zu den Tierrechtlern sonst aber waren die Aktivisten allein auf weiter Flur. Die Demo zählte ganze drei Teilnehmer einer davon war der PETA-Angestellte Jens Vogt. Er ist „Aktionskoordinator bei PETA“. Viel zu koordinieren hatte er nicht, waren außer ihm doch nur zwei andere Teilnehmer dort.

Es ging mal wieder um TUI und die Orcas

Sonst gab es nicht viel Neues – wir hatten ja schon von der missglückten Demo-Tour von PETA zu diesem Thema berichtet. Die „Argumente“ sind die alten, längst widerlegten, ollen Kamellen. Eine Teilnehmerin zwängt sich in das obligatorische Orca-Kostüm, das eher aussieht wie ein in einem schlechten Karnevalsshop mehr als missglückter Pinguin. Vermutlich deshalb entledigte sie sich dessen auch etwa zur Hälfe der Demo.

Darstellen sollte sie wohl Corky, ein Schwertwal, der laut PETA in diesem Jahr „50 Jahre in Gefangenschaft“ leben würde. Wohlmerklich ist das die gleiche Organisation PETA, die behauptet, dass die Tiere in Menschenobhut ja gar nicht lange leben würden. Angeblich sterben Orcas in menschlicher Obhut „Jahrzehnte früher als ihre Artgenossen im Ozean“, die Organisation zeigt aber auch Corky, die alle je gemessenen medianen Lebensspannen aus der Natur deutlich übertrifft.

Ansonsten wurde noch mit einem großen blauen Umschlag herum gewedelt. Der war vielleicht für TUI, aber übergeben wurde er, zumindest während der Demo, nicht. Die Aktivisten standen mehr oder weniger verloren in der Gegend herum, weil sie letztendlich niemand für sie interessierte. Sinnloser kann man Spendengelder nicht verschleudern. Wenn man denkt, dass Kinder ihre Sparschweine für PETA opfern, weil sie denken, so Tieren helfen zu können, wird man fast etwas wehmütig – das wiederum passt zum Wetter in Berlin an diesem Tag.

Außer Spesen nichts gewesen

Nur drei von den rund 40 Menschen, die sich auf Facebook an der Veranstaltung interessiert zeigten, waren vor Ort. Von TUI wird dieses Mini-Trüppchen wohl keiner wirklich wahrgenommen haben. Der Konzern tut auch gut daran, dem keine Beachtung zu schenken. Thomas Cook hat es getan, eine epische Bruchlandung erlitten und konnte das Versprechen, Zoos und Aquarien aus dem Programm zu nehmen gar nicht wahr machen, weil sie vorher pleite gegangen sind.

PETA ist eben nur online groß – dort, wo man Größe so leicht vortäuschen kann. Wo sind denn die Massen an Gegner der Orcahaltung, die es angeblich gibt? PETA bringt es bei Demos meist nur auf einstellige Teilnehmerzahlen. Wo sind denn die Millionen angeblich so dankbaren Unterstützer der Tierrechtler, die man Reiseveranstalter als Kunden in Aussicht stellt? Thomas Cook hätten sie ja spielend leicht sanieren können.

Stattdessen haben auch am Tag der Demo abertausende Menschen Orcas in modernen zoologischen Einrichtungen besucht, wo sie nicht nur tiergerecht gehalten werden, sondern wo auch etwas für ihre bedrohten Artgenossen getan wird. Orcas sind global zwar nicht bedroht, aber isolierte Populationen stehen kurz vor der endgültigen Ausrottung. Zoo, Aquarien und Delfinarien stemmen sich mit aller Kraft dagegen. Diesen will aber nun PETA das Wasser abgraben und daran sieht man, dass es diesen Aktivisten nicht um die Tiere geht oder deren Überleben.

Das Spenden-Geschäft vor Weihnachten

Vielmehr geht es darum, Spenden abzugreifen. Das ist vor Weihnachten sehr populär: vom Bettler bis zum großen Konzern wird auf die Tränendrüse gedrückt und um Geld gebettelt. Für PETA sind Spenden ein sehr einträgliches Geschäft, verwendet die Organisation doch rund 95% in erster Linie für sich selbst. Das ist eben die hässliche Fratze hinter der frommen Weihnachtsmaske dieser mehr als unseriösen Organisation.

 

Man wird sehen wie man sich diesen Misserfolg bei PETA wieder schön lügt – das probiert man ja auch schon lange mit der Elefanten-Kampagne gegen den Erlebnis-Zoo Hannover, die krachend gescheitert ist. Statt sich um echte Probleme selbst zu kümmern oder zumindest die zu unterstützen, die es tun, sammelt man Geld, um sich zum Beispiel in Berlin zu dritt eine recht überschaubare Zeit an den Straßenrand zu stellen und dann auch noch vorzeitig zu gehen, wohl weil keiner kommt.

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