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Das neue Jungtier, Ergebnis der außergewöhnlichen Kompatibilität zwischen Tito und Naya, stärkt das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Der Park vereint erstmals Männchen, Weibchen und Jungtier und eröffnet damit ein neues Kapitel in der Fortpflanzung und im Schutz des Jaguars.

Der Loro Parque positioniert sich erneut an der Spitze des internationalen Artenschutzes mit der Geburt eines neuen Jaguarjungtiers (Panthera onca), das Ergebnis der Verbindung zwischen Tito und Naya – einem Paar, das von Anfang an eine außergewöhnliche Affinität zueinander gezeigt hat.

Die Geburt erfolgt im Rahmen des von der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) koordinierten Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Ziel des Programms ist es, genetisch gesunde Populationen in menschlicher Obhut zu sichern und die Zukunft bedrohter Arten langfristig zu stärken.

Tito wurde im Dezember 2013 in Sankt Petersburg geboren und kam im Oktober 2025 aus dem Zoo Hodonín (Tschechien) im Rahmen des EEP in den Loro Parque. Das Programm ist Teil einer europäischen Strategie zur Förderung der Nachzucht dieser Art, deren Bestand in der Natur rapide zurückgeht. Naya wurde im Januar 2017 im Zoo von Martinique geboren und lebt seit März 2019 im Loro Parque.

In den vergangenen 20 Jahren ist die Jaguarpopulation in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebiets um 25 % zurückgegangen. In einigen Regionen ist die Lage besonders kritisch: In Argentinien sind die Bestände stark fragmentiert, in El Salvador und Uruguay gilt die Art bereits als verschwunden.

Seit ihrer Zusammenführung zeigen Tito und Naya eine außergewöhnliche Kompatibilität mit Verhaltensweisen, die das Team bei dem Weibchen zuvor nie beobachtet hatte.

„Vom ersten Tag an war klar, dass wir es mit einer außergewöhnlichen genetischen und verhaltensbiologischen Konstellation zu tun haben. Tito ist genetisch von großer Bedeutung, und Naya ist nicht nur eine vorbildliche Mutter, sondern verfügt ebenfalls über einen sehr hohen genetischen Wert. Diese Geburt stellt einen bedeutenden Meilenstein für die europäische Jaguarpopulation dar“, erklärt Daniel Rodríguez, Leiter der Abteilung für terrestrische Säugetiere im Loro Parque.

Das Paar brachte zwei Jungtiere zur Welt. Leider war eines sehr klein und schwach und verstarb kurz nach der Geburt – ein Umstand, der bei wilden Jaguaren und anderen Großkatzen nicht ungewöhnlich ist. Das zweite Jungtier hingegen zeigt sich kräftig und vital.

Erstmals in der Geschichte des Parks wurde entschieden, das Männchen während der gesamten Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht im familiären Umfeld zu belassen – ein innovativer Ansatz, der eine besonders intensive und sorgfältige Überwachung erforderte.

Während der Trächtigkeit wurden nahezu täglich Gewichtskontrollen sowie Hormonanalysen (Progesteron und Östrogene) anhand von Urinproben durchgeführt, um den Geburtszeitpunkt möglichst genau vorherzusagen. Als dieser näher rückte, wurde Naya räumlich getrennt, behielt jedoch Sichtkontakt zu Tito. So konnte er das Geschehen beobachten und weiterhin in Kontakt mit Mutter und Jungtier bleiben. Dank der im Innenbereich installierten Kameras konnte das Team beide Geburten begleiten und das ruhige, aufmerksame Verhalten des Männchens dokumentieren.

Eine Woche nach der Geburt hielten die Kameras einen besonders bedeutsamen Moment fest: Naya brachte ihr Jungtier freiwillig in den Beobachtungsbereich, um es Tito zu zeigen. Nach sorgfältiger Analyse des Verhaltens am Montag, den 23. Februar 2026, wurde das Männchen erstmals im Loro Parque wieder mit dem Weibchen und seinem Jungtier zusammengeführt. Die ersten Anzeichen sind sehr positiv, dennoch bleibt das Team weiterhin aufmerksam und umsichtig.

„Dieser Schritt unterstreicht die Erfahrung und Professionalität unseres Teams im Loro Parque. Durch die präzise Beobachtung natürlicher Verhaltensweisen konnten wir Tito und Naya so früh wie möglich wieder zusammenführen, ihr Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellen und zugleich wertvolle Erkenntnisse für die wissenschaftliche Gemeinschaft sowie das europäische Erhaltungsnetzwerk gewinnen“, erklärt Mike Jordan, Direktor des Loro Parque.

„Die Zukunft des Jaguars zu sichern erfordert Engagement, wissenschaftliche Expertise und internationale Zusammenarbeit. Diese Geburt ist nicht nur eine gute Nachricht für den Loro Parque, sondern auch für den europäischen und globalen Artenschutz. Jedes neue Leben steht für echte Hoffnung für eine Art, deren Zukunft in ihrem natürlichen Lebensraum zunehmend ungewiss ist“, betont Wolfgang Kiessling, Präsident der Loro Parque Gruppe.

Mit diesem neuen Jungtier festigt der Loro Parque seine Rolle als internationale Referenz im ex-situ-Artenschutz und bekräftigt sein Engagement für den Schutz der globalen Biodiversität. Koordinierte Zusammenarbeit, wissenschaftliche Sorgfalt und eine tiefe Leidenschaft für die Natur bilden die Grundlage dafür, bedrohten Arten eine nachhaltige Zukunft zu sichern.