Wolfgang Kiessling bekräftigt seine Bereitschaft, Wikie und Keijo aufzunehmen, fordert die französischen Behörden zu verantwortungsvollem Handeln auf und wirft Aktivisten vor, „Marketingunternehmen zu sein, die die Öffentlichkeit getäuscht haben“.
Der Präsident der Loro Parque Gruppe, Wolfgang Kiessling, hat die französischen Behörden öffentlich dazu aufgerufen, „dringend und verantwortungsvoll“ eine Entscheidung über die Zukunft der Orcas Wikie und Keijo zu treffen. Die beiden Tiere befinden sich seit über einem Jahr im Marineland Antibes, nachdem der Park endgültig geschlossen wurde.
Im dieswöchigen Podcast Wild Voices warnte Kiessling, dass die derzeitige Situation nicht ohne Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Tiere fortgesetzt werden könne, und betonte, dass die Zeit gegen sie arbeite. In diesem Zusammenhang erklärte er unmissverständlich:
„Loro Parque ist die einzige Lösung, um die beiden Orcas in Frankreich vor dem Tod zu retten.“
Die Tierexperten und Tierärzte von Loro Parque verfügen über zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Aufnahme und Betreuung von Orcas und über Einrichtungen, die weltweit als Referenz gelten. Die Anlage Orca Ocean, die am 17. Februar ihr 20-jähriges Bestehen feiert, wurde nach strengen technischen und veterinärmedizinischen Standards konzipiert, um ein Höchstmaß an Tierwohl zu gewährleisten.
Kiessling, der sich seit vielen Jahren intensiv für den Umweltschutz engagiert, betonte, dass die seit mehr als 20 Jahren im Loro Parque durchgeführte wissenschaftliche Forschung maßgeblich zum Schutz der Meeresfauna und der Cetaceen in verschiedenen Teilen der Welt beigetragen habe. Die dem Park angeschlossene Stiftung engagiert sich zudem seit Langem aktiv für den Schutz und das Monitoring der Orcas in der Straße von Gibraltar.
„Unsere Aktivitäten entsprechen vollständig der jüngsten französischen Gesetzgebung zu Cetaceen, insbesondere im Hinblick auf Bildungsinitiativen, Forschung und Schutzprogramme zugunsten wildlebender Delfine und Orcas“, erklärte er.
Während des Interviews bekundete Herr Kiessling zudem seine uneingeschränkte Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den französischen und europäischen Behörden sowie zur unverzüglichen Organisation des Transports und der Unterbringung der Tiere: „Wir sind bereit, sie aufzunehmen. Wir verfügen über die Einrichtungen, ein engagiertes Expertenteam und die erforderliche Erfahrung. Unsere Priorität ist es, ihnen zu helfen und ihr Wohlergehen zu sichern. Wenn Frankreich dies genehmigt, werden wir sofort handeln“, betonte der Präsident der Loro Parque Gruppe.
„Jede Entscheidung muss auf wissenschaftlichen Kriterien beruhen und darf nicht von emotionalen Erwägungen geleitet sein“, fügte er hinzu.
Kiessling äußerte sich besonders kritisch gegenüber einigen Tierschutzorganisationen, die seiner Ansicht nach die öffentliche Debatte mit unrealistischen Vorschlägen beeinflusst haben:
„Viele dieser Gruppen sind zu regelrechten Marketingunternehmen geworden. Sie haben die Öffentlichkeit mit Versprechungen getäuscht, denen jede wissenschaftliche oder technische Grundlage fehlt.“
In diesem Zusammenhang sei auch der Vorschlag zur Errichtung eines Schutzgebiets in Nova Scotia (Kanada), das als mögliches Ziel für Wikie und Keijo präsentiert wurde, bislang nicht realisiert worden. Dies verdeutliche die erheblichen technischen, regulatorischen, logistischen, finanziellen und wissenschaftlichen Herausforderungen, die mit derartigen Projekten verbunden seien.
Er betonte auch, dass die Haltung von Meeressäugern spezialisiertes Fachwissen, geeignete Infrastruktur sowie Teams mit nachweislicher Erfahrung erfordere — Voraussetzungen, die nicht improvisiert werden könnten.
Abschließend stellte Wolfgang Kiessling klar, dass diese Entscheidung nicht aus kommerziellen Interessen getroffen werde, sondern aus Verantwortung und im Sinne des Tierwohls:
„Wir werden nicht mehr Besucher haben, wenn wir sechs Orcas statt vier beherbergen. Es geht nicht um Geld. Es geht um Verantwortung und darum, das Leben zweier Tiere zu retten.“
Loro Parque betonte darüber hinaus, dass das Unternehmen die Unterstützung führender wissenschaftlicher und fachlicher Organisationen im zoologischen und meeressäugetierkundlichen Bereich in Europa und weltweit genießt, darunter die European Association for Aquatic Mammals (EAAM), die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) sowie die World Association of Zoos and Aquariums (WAZA). Diese Organisationen sprechen sich für Entscheidungen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, des Tierwohls und technischer Machbarkeit aus — und gelangen nach Angaben des Unternehmens zu derselben Schlussfolgerung.
Zum Abschluss des Podcasts bekräftigte Kiessling erneut seine Kooperationsbereitschaft:
„Wir stehen bereit, jede notwendige Unterstützung zu leisten. Es geht nicht um Ideologie, sondern darum, das Leben von zwei Tieren zu retten und ihnen im europäischen rechtlichen und wissenschaftlichen Rahmen eine würdige Zukunft zu sichern.“
Die Loro Parque Gruppe bekräftigt somit ihre volle Bereitschaft, gemeinsam mit den zuständigen Behörden eine sofortige, technisch tragfähige und wissenschaftlich fundierte Lösung umzusetzen, die Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden von Wikie und Keijo gewährleistet.
