Skip to main content

Bei einem Festakt im National Press Club in Washington würdigte die Organisation den Professor für eine beispiellose Bestandserholung, zu der er mit den von ihm entwickelten Schutzprogrammen maßgeblich beigetragen hat: Die Wildpopulation des Jangtse-Glattschweinswals ist um 40 Prozent auf 1.426 Tiere angewachsen. Damit ist es weltweit die einzige gelungene Erholung einer Kleinwalart, die als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft ist.

Die Global Humane Society, der internationale Zweig der American Humane Society, hat Dr. Ding Wang, Professor am Institut für Hydrobiologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, bei einem Festakt im National Press Club in Washington mit dem Internationalen Wolfgang-Kiessling-Preis für Artenschutz 2026 ausgezeichnet. Die Organisation würdigt damit sein mehr als vierzigjähriges Engagement für den Schutz der chinesischen Süßwasserwale. Der Preis wurde zu Ehren von Wolfgang F. Kiessling ins Leben gerufen, dem Gründer des Loro Parque und einer weltweit führenden Persönlichkeit im Artenschutz.

Mit dem Internationalen Wolfgang-Kiessling-Preis für Artenschutz zeichnet die Global Humane Society herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus, die im Natur- und Artenschutz Bedeutendes bewirken. Da die Zukunft von bis zu einer Million Arten auf dem Spiel steht, ist es entscheidend, die Menschen zu würdigen und zu unterstützen, die sich unermüdlich für deren Rettung einsetzen.

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Dr. Wang eine führende Persönlichkeit beim Artenschutz der Süßwasserwale in China. Nachdem der Chinesische Flussdelfin (Baiji) 2007 für funktionell ausgestorben erklärt wurde, widmete er seine Laufbahn der Rettung des Jangtse-Glattschweinswals. Mit seiner wegweisenden und äußerst einflussreichen Schutzarbeit gelang es ihm, den Rückgang der Wildpopulation umzukehren: Bis 2025 stieg ihr Bestand um 40 Prozent auf 1.426 Tiere. Es ist weltweit die einzige gelungene Erholung einer Kleinwalpopulation, die akut vom Aussterben bedroht ist.

Robin Ganzert, Vorsitzender und Geschäftsführer der Global Humane Society, erklärte: „Der Jangtse hat unter unserer Aufsicht eine Walart verloren. Dr. Ding Wang hat dafür gesorgt, dass er keine zweite verliert.“

„Er hat einen Rückgang umgekehrt, den die Wissenschaft für unumkehrbar hielt, ein Schutzprogramm von Weltrang aus dem Nichts aufgebaut und die Forschenden ausgebildet, die diese Arbeit noch lange nach ihm fortführen werden. Wolfgang Kiessling hat diesen Preis geschaffen, um Menschen zu ehren, die sich nicht damit abfinden, dass eine Art nicht mehr zu retten sei. Niemand verkörpert diese Überzeugung besser als Dr. Wang, und niemand hat den diesjährigen Preis mehr verdient“, so Ganzert weiter.

Darüber hinaus hat Dr. Wang ein Zuchtprogramm aufgebaut, in dem derzeit 13 Schweinswale leben und das eine wichtige Grundlage für wissenschaftliche Forschung, neue Schutzansätze und Umweltbildung bietet. Außerdem gründete er Chinas erstes interdisziplinäres Team für den Schutz von Walen, betreute mehr als 100 Doktorandinnen, Doktoranden und Masterstudierende und bildete so die nächste Generation von Führungskräften im Artenschutz aus. Aufbauend auf diesem Erfolg hat Dr. Wang dazu beigetragen, seine Schutzstrategien auf bedrohte Flussdelfinbestände in Kambodscha und Bangladesch zu übertragen und dort anzupassen.

„Dr. Wangs langjähriges Engagement für den Jangtse-Flussdelfin ist ein Beispiel dafür, was durch Beharrlichkeit im Naturschutz erreicht werden kann“, sagte Wolfgang Kiessling, Präsident und Gründer des Loro Parque. „Für mich geht es bei dieser Auszeichnung um die Preisträger und darum, sicherzustellen, dass ihre Arbeit sichtbar, anerkannt und unterstützt wird.“
Neben dem Kiessling-Preis 2026 erhält Dr. Ding Wang einen Zuschuss von 80.000 US-Dollar. Damit soll er die Auswilderungsprogramme für den Jangtse-Glattschweinswal weiter ausbauen und die Zukunft der Süßwasserwale durch Forschung und Bildung in China und Südostasien mitgestalten.
Die folgenden führenden Naturschützer wurden als Finalisten für den Wolfgang-Kiessling-Preis für Artenschutz 2026 ausgewählt: Néstor Correa, Gründer und Präsident der Pan-American Conservation Association; Yadvendradev V. Jhala, leitender Wissenschaftler am Nationalen Zentrum für Biowissenschaften der Indischen Nationalakademie der Wissenschaften; Erica Pacífico, Fachdozentin an der Universität von Campinas (UNICAMP); Jonah Ratsimbazafy, Präsident von GERP Madagaskar; sowie Kerri Wolter, Gründerin und Geschäftsführerin von Vulpro.

Der Internationale Wolfgang-Kiessling-Preis für Artenschutz wurde ins Leben gerufen, um auf internationaler Ebene Personen zu würdigen, die bedeutende positive Veränderungen in den Bereichen Naturschutzpraxis, -theorie und -forschung bewirken. Den Vorsitz des Komitees für den Internationalen Wolfgang-Kiessling-Preis haben Christoph Kiessling, Cybell Kiessling, Dr. Javier Almunia, Robin Ganzert, Brad Andrews, Dr. Martin Böye, Dr. Jon Paul Rodríguez und Rafael Zamora inne.

Zu den bisherigen Preisträgern dieser renommierten Auszeichnung zählen Kathleen Dudzinski, Direktorin und Gründerin des Dolphin Communication Project sowie Chefredakteurin der Fachzeitschrift *Aquatic Mammals*; Arnaud Desbiez, Präsident und Gründer des Instituts für den Schutz wildlebender Tiere (ICAS) in Brasilien; Professor Theo B. Pagel, Generaldirektor des Kölner Zoos (Deutschland); sowie Dr. Jon Paul Rodríguez, ehemaliger Vorsitzender der IUCN-Kommission für Artenschutz.

Wolfgang Kiessling ist ein international renommierter Artenschützer und Gründer des Loro Parque, einer der angesehensten zoologischen Einrichtungen der Welt. Der Park wurde von TripAdvisor zweimal zum besten Zoo der Welt gekürt und ist für seine hervorragenden Anlagen und seinen außergewöhnlichen Einsatz für akut vom Aussterben bedrohte Arten bekannt. Bis heute hat die Loro Parque Fundación 18 Tierarten vor dem Aussterben bewahrt.

Für die weltweit erste erfolgreiche Nachzucht des Blaukehlaras erhielt Kiessling die Goldmedaille der Vogelfachzeitschrift Gefiederte Welt. Zudem wurde er von der Regierung der Kanarischen Inseln sowie von der spanischen Regierung mit der Goldmedaille ausgezeichnet, vom Inselrat Teneriffas und von der Stadt Puerto de la Cruz zum Ehrenbürger ernannt und erhielt mit dem Prinz-Felipe-Preis für unternehmerische Exzellenz die höchste Auszeichnung Spaniens in diesem Bereich.

Kiessling gründete den Loro Parque 1972 als Paradies für Papageien, damals mit gerade einmal 150 Vögeln. Heute leben in dem Park auf Teneriffa (Kanarische Inseln, Spanien) mehr als 4.000 Vögel aus 350 Papageienarten und -unterarten, ein eindrucksvoller Beleg für den Erfolg seiner Nachzuchten. Daneben beherbergt der Loro Parque Flamingos, Kraniche, Pinguine und Schwäne sowie zahlreiche Säugetier- und Meerestierarten. In einer Zeit, in der Milliarden Menschen die Ressourcen des Planeten aufzehren, leistet der Loro Parque einen wichtigen Beitrag zu Bildung, Wissenschaft und Artenschutz. 2017 erhielt er als erster Zoo Europas die Global-Humane-Zertifizierung, was seine Stellung als weltweit führende Einrichtung im Tierwohl unterstreicht.
Die Global Humane Society ist die internationale Marke der American Humane Society, der ersten landesweiten Tierschutzorganisation der USA und der weltweit größten Zertifizierungsstelle für Tierwohl. Jedes Jahr hilft sie dabei, die artgerechte Behandlung von mehr als einer Milliarde Tieren weltweit zu überprüfen. Die American Humane Society war an nahezu jedem großen Fortschritt der Tierschutzbewegung zur Rettung, Pflege und zum Schutz von Tieren maßgeblich beteiligt.