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Goldsittich

Guaruba guarouba

Goldsittich

Guaruba guarouba

Einleitung

Der Goldsittich, in Brasilien auch Guaruba genannt, trägt im Deutschen den besonderen Namen „Königin-von-Bayern-Sittich”. Es handelt sich um goldgelb gefärbte Vögel, die im Amazonasbecken heimisch sind und in den Feuchttropenwäldern Brasiliens im Kronendach der Wälder leben.

Lange Zeit wurde der Goldsittich aufgrund seiner Größe den Sittichen zugeordnet. Sein Sozialverhalten und seine Ernährungsweise weisen jedoch viele Gemeinsamkeiten mit Aras auf. In einigen populärwissenschaftlichen Kontexten wird er auch als Guaruba-Ara oder Goldara bezeichnet.

Cotorra dorada
Peso

GEWICHT
194 – 225 g

Alimentación

ERNÄHRUNG
Pflanzenfresser

Origen

VERBREITUNG
Brasilien (endemisch)

Incubación

BRUTDAUER
30 Tage

Wissenswertes über den Goldsittich

Der Goldsittich (Guaruba guarouba) ist ein mittelgroßer Papagei, der eine Körperlänge von etwa 34 cm und ein Gewicht zwischen 194 und 255 g erreicht. Sein Gefieder ist nahezu vollständig leuchtend gelb gefärbt. Lediglich einige grüne Federn an den Flügeln bilden einen auffälligen Kontrast zum übrigen Körper und spiegeln damit die Farben der brasilianischen Flagge wider.

Charakteristisch ist außerdem der weiße Augenring. Jungtiere unterscheiden sich von adulten Vögeln durch einen weniger kräftigen Schnabel und blassgrüne Farbtöne am Kopf sowie an den Flügeldecken.

Ernährung

Die Ernährung des Goldsittichs ist vielfältig und anpassungsfähig. Er ist nicht auf eine bestimmte Nahrungsquelle spezialisiert, sondern frisst unter anderem Früchte, Samen, Fruchtfleisch, Knospen, Nektar, Blüten und Rinde. Seine Nahrung variiert je nach Jahreszeit und den verfügbaren Ressourcen in den jeweiligen Lebensräumen.

Dank dieser flexiblen Ernährungsweise kann der Goldsittich unterschiedliche Nahrungsquellen des Regenwaldes nutzen. Gelegentlich gehören dazu auch landwirtschaftliche Kulturen in der Nähe seines Lebensraums, beispielsweise Mais oder Obstbäume. Trotz seiner Anpassungsfähigkeit zeigt die Art in manchen Regionen eine deutliche Vorliebe für bestimmte Früchte, darunter Açaí, Murici sowie einige weitere Pflanzenarten des Amazonasgebiets.

Guaruba guarouba
Cotorra dorada (Guaruba guarouba)

Lebensweise

Der Guaruba ist ausgesprochen gesellig. Er lebt meist in Gruppen von vier bis zwanzig Individuen, wobei in besonders ergiebigen Futtergebieten auch Schwärme mit bis zu 50 Tieren beobachtet wurden. In Ruhephasen verbringt er viel Zeit mit sozialem Verhalten wie gegenseitiger Gefiederpflege und spielerischen Interaktionen innerhalb der Gruppe.

Die Art bewegt sich überwiegend im Kronendach des Regenwaldes und kann dort einen Großteil des Tages in den Futterbereichen verbringen. Beobachtungen zeigen, dass Goldsittiche häufig über mehrere Tage hinweg dieselben Flugrouten zwischen Ruhe- und Futterplätzen nutzen und wiederholt dieselben Bäume aufsuchen, bis die verfügbaren Nahrungsvorräte erschöpft sind. Während der Nahrungssuche übernehmen meist ein oder zwei Tiere eine Wachposition, um die Gruppe vor möglichen Gefahren zu warnen.

Fortpflanzung

Einer der bemerkenswertesten Aspekte des Goldsittichs ist sein Fortpflanzungsverhalten. Im Gegensatz zu vielen anderen Papageienarten, wie dem ​​Gelbbrustara oder dem ​​Soldatenara, bleibt der Goldsittich auch während der Brutzeit in größeren Gruppen zusammen. Forschende vermuten, dass dieses Verhalten mit dem sogenannten „Bruthelfer-System“ zusammenhängen könnte, bei dem weitere Individuen die Brutpaare unterstützen.

Da die Art sehr sozial lebt, wurden in den Brutgebieten häufig auch andere Gruppenmitglieder bei der gegenseitigen Gefiederpflege der Paare beobachtet. Während der Paarung ziehen sich die Brutpaare jedoch zeitweise aus dem Schwarm zurück.

Die Brutdauer beträgt etwa 30 Tage. Die Jungvögel erreichen das Körpergewicht ausgewachsener Tiere nach ungefähr 60 Tagen. Goldsittiche nisten bevorzugt in Baumhöhlen hoher Bäume in offenen Bereichen nahe des Waldes. Besonders häufig nutzen sie abgestorbene Bäume, da diese leichter zu besetzen sind und bessere Voraussetzungen für den Höhlenbau bieten.

Die Nachzucht des Goldsittichs unter menschlicher Betreuung gelingt nur selten und ist meist auf spezialisierte Einrichtungen beschränkt, da dafür sehr spezifische Bedingungen erforderlich sind.

Guaruba guarouba

Geografische Verbreitung und Lebensraum

Der Goldsittich ist eine in Brasilien endemische Papageienart und ausschließlich im Amazonasgebiet verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet umfasst weniger als 300.000 km² und liegt vor allem im Bereich des brasilianischen Schildes, östlich des Río Madeira und südlich des Amazonasstroms.

Die Art bevorzugt vorwiegend ursprüngliche Tieflandregenwälder im Amazonasbecken unterhalb von 300 m ü. NN. Dennoch kann sie auch in sekundären Wäldern sowie in saisonal überfluteten Waldgebieten beobachtet werden, die als Igapó-Wälder bezeichnet werden.

Zum Ruhen und Brüten nutzen Goldsittiche häufig große Bäume in leicht degradierten Bereichen nahe geschlossener Waldflächen. Dieses Verhalten könnte dazu beitragen, das Risiko von Beutegreifern wie Affen oder Schlangen zu verringern. Die feuchteren Regionen des zentralen Amazonas sowie die kühleren Gebiete im Süden meiden sie hingegen weitgehend.

Cotorra dorada

Bedrohungen für die Population

Der Goldsittich wird von der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) als „Gefährdet” (Vulnerable) eingestuft.

Zu den größten Bedrohungen zählen die Zerstörung und Fragmentierung seines Lebensraums, insbesondere durch den Infrastrukturausbau. Auch die illegale und selektive Abholzung wertvoller Baumarten hat sich negativ auf die Bestände ausgewirkt. Im Vergleich zu anderen Papageienarten ist der Goldsittich jedoch etwas anpassungsfähiger, da er sich zwischen Waldfragmenten und offenen Landschaften bewegen kann und nicht ausschließlich auf unberührten Primärwald angewiesen ist.

In der Vergangenheit wurde die Art zudem häufig als Wildfang illegal gehandelt. Heute stellt dies dank kontrollierter Nachzuchtprogramme unter menschlicher Betreuung jedoch eine deutlich geringere Bedrohung dar.

Der Goldsittich ist außerdem im Anhang I des CITES-Abkommens (Convention on International Trade in Endangered Species) aufgeführt. Damit unterliegt die Art einem besonders hohen Schutzstatus und der internationale Handel wird streng reguliert.

 

Schutzstatus

  • Rote Liste (IUCN): Gefährdet (Vulnerable, VU)
  • Populationstrend: Abnehmend

Bilder des Goldsittichs

Interessante Fakten über die Guaruba

Gefahr durch andere Vogelarten

Zu den wichtigsten Fressfeinden von Eiern und Jungvögeln zählen Tukane. Auch verschiedene Greifvogelarten jagen Goldsittiche regelmäßig.

Gemeinsame Aufzucht der Jungtiere

Jungvögel bleiben auch nach dem Ausfliegen noch teilweise von den erwachsenen Tieren abhängig und betteln weiterhin um Nahrung. Beobachtungen zeigen, dass sich oft mehrere Mitglieder des Schwarms an der Versorgung der Jungtiere beteiligen.

„Königin-von-Bayern-Sittich“

In der Vogelhaltung war die Art früher auch unter dem Namen „Königin-von-Bayern-Sittich“ bekannt. Diese historische Bezeichnung spiegelt die große Faszination wider, die der Goldsittich bereits vor langer Zeit in Europa auslöste.

Wie wir zum Vogelschutz beitragen

Guaruba guarouba

Als Botschaft der Tiere beteiligt sich Loro Parque an internationalen Erhaltungs- und Zuchtprogrammen für bedrohte Papageienarten. Durch die Unterstützung von Schutzprojekten in den natürlichen Lebensräumen der Tiere, die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Forschungsinitiativen und die Umweltbildung leisten wir einen aktiven Beitrag zum Erhalt dieser Arten und zur Sensibilisierung für die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen.

Wenn Sie sich selbst für den Schutz bedrohter Arten engagieren möchten, können Sie dies über unser Sponsoren-Programm tun. Mit einer Patenschaft unterstützen Sie direkt wichtige Naturschutzprojekte der Loro Parque Fundación.

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