Lear-Ara
Anodorhynchus leari
Anodorhynchus leari
Der Lear-Ara (Anodorhynchus leari), auch als Kleiner Hyazinthara bekannt, gehört zu den seltensten und am stärksten bedrohten Papageienarten weltweit. Sein leuchtend blaues Gefieder, der kräftige schwarze Schnabel und die gelben unbefiederten Augenringe machen ihn zu einem Symbol für die Biodiversität im Nordosten Brasiliens. Dank der Arbeit der Loro Parque Fundación hat sich diese Art von der Schwelle des Aussterbens zu einem internationalen Erfolgsbeispiel im Artenschutz entwickelt.
GEWICHT
940 – 950 g
VERBREITUNG
Kleines Gebiet im Nordosten von Brasilien
URPRUNG
Brasilien
BRUTDAUER
ca. 28 Tage
PESO
Entre 940 y 950 g
ALIMENTACIÓN
Herbívora (frugívora-granívora)
ORIGEN
Brasil
INCUBACIÓN
26 – 28 días
Diese Art fällt durch ihr intensiv blaues Gefieder auf. Kopf und Hals zeigen türkise bis blaugrüne Töne, während die übrigen oberen Partien eher kobaltblau schimmern. Typisch sind auch der gelbe Augenring sowie die Hautpartien an den Seiten des Unterschnabels, die ebenfalls gelb gefärbt sind. Der Schnabel ist schwarz bis dunkelgrau.
Wie bei den meisten Papageienarten zeigt der Lear-Ara keinen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Der einzige erkennbare Unterschied zwischen den Individuen besteht darin, dass Jungtiere einen kürzeren Schwanz und deutlich hellere Haut rund um Schnabel und Augen besitzen. Zudem erreichen diese Vögel eine Länge von 70 bis 75 cm und ein Gewicht von etwa 940 bis 950 Gramm.
Seine Ernährung besteht aus Früchten, Blüten und Samen verschiedener Pflanzenarten, die mit dem Caatinga-Ökosystem verknüpft sind. Den wichtigsten Bestandteil bildet jedoch die Frucht der Licurí-Palme. Die Aras fungieren als wichtige Samenverbreiter und übernehmen damit eine zentrale ökologische Rolle bei der Regeneration ihres Lebensraums.
Der Lear-Ara ist eine tagaktive, gesellig lebende Art, die durch ihre ständigen, lauten Rufe auffällt, mit denen er soziale Bindungen stärkt und den Zusammenhalt der Gruppe fördert. Er bildet Kolonien von etwa 20 bis 30 Individuen, die die typischen Sandsteinfelsen der Caatinga als Schlafplätze nutzen und dort auch nisten und sich fortpflanzen. Diese sind meist sehr stabil, weshalb dieselben Schlafplätze oft über lange Zeiträume hinweg regelmäßig genutzt werden.
Beobachtungen zeigen zudem ein interessantes Sozialverhalten. Innerhalb der Schwärme gibt es einzelne Vögel, die dem Rest der Gruppe vorausfliegen, als Kundschafter auftreten und die Umgebung auf mögliche Fressfeinde prüfen, bevor der Schwarm weiterzieht.
Der Lear-Ara lebt monogam. Pro Brutpaar legt diese Art in der Regel 2 bis 3 Eier in den Ton- oder Lehmhöhlen, die als Nistplätze dienen. Beide Eltern beteiligen sich an der Aufzucht der Jungen: Das Weibchen übernimmt hauptsächlich die Brutpflege, während das Männchen das Weibchen während der Brutzeit mit Nahrung versorgt. Direkt nach dem Schlüpfen füttern beide Eltern die Küken. Auch nachdem die Jungvögel flügge geworden sind, bleiben sie noch eine Zeit lang bei den Altvögeln und lernen von ihnen die wichtigsten Verhaltensweisen bei Nahrungssuche und Flug, die für ihr Überleben entscheidend sind.
Der Lear-Ara kommt ausschließlich im Nordosten Brasiliens im Bundesstaat Bahia vor. Er ist eng an den Lebensraum der Caatinga gebunden, ein trockenes Ökosystem, das von dornigen Sträuchern, Grasflächen und Licurí-Palmen geprägt ist. Charakteristisch für diese Regionen sind auch die Sandsteinfelsen, die für sein Brut- und Sozialverhalten unverzichtbar sind.
Schutzstatus
Ein Name als Hommage
Jahrzehntelang ein Geheimnis
Ein leidenschaftlicher Nussknacker
Die Loro Parque Fundación koordiniert eines der erfolgreichsten Programme zur Wiederherstellung des Bestands dieser Art. Seit 2006 wurden in den Anlagen auf Teneriffa über 55 Lear-Aras nachgezüchtet, von denen zwölf, nach vorheriger Anpassung an die natürlichen Bedingungen, erfolgreich in Brasilien ausgewildert wurden.
Als internationales Referenzzentrum für Artenschutz stellt Loro Parque die spezialisierten Anlagen und die notwendige Zuchtinfrastruktur für das Programm bereit. Bereits sechs Monate nach Ankunft der aus Brasilien stammenden Zuchtpaare schlüpften die ersten Jungvögel. Diese Arbeit außerhalb ihres natürlichen Habitats war entscheidend, um eine genetische Reserve aufzubauen, die die Art vor dem funktionalen Aussterben bewahrte und es ermöglichte, dass wieder ausgewilderte Paare inzwischen in der Caatinga erfolgreich brüten (so schlüpften beispielsweise 2024 fünf Jungvögel in Brasilien aus von der Loro Parque Fundación wieder eingeführten Tieren).
Darüber hinaus unterstützt die Stiftung Projekte zur Entschädigung von Landwirten für Ernteschäden und stärkt den Schutz der Licurí-Palme, um die Nahrungsgrundlage der Wildpopulationen langfristig zu sichern. Dank dieser gemeinsamen Anstrengungen von Loro Parque, Loro Parque Fundación und den brasilianischen Behörden ist der Bestand bis 2024 auf über 2.400 erfasste Individuen angewachsen.
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